NÜRNBERG
Nürnberg 21.12.2007 / 22.12.2007
Unser Trip nach Nürnberg startete am Freitag Mittag gegen 13.30 Uhr bei mir, als Iris und Cidi mit etwas Verspätung und dem Leihwagen Hase und mich bei mir zuhause abgeholt haben. Wir sind dann auch recht bald losgefahren und haben Danielmusik gehört. Zum Glück sind wir auch gut durchgekommen und sollten eigentlich laut Navi gegen 17.00 Uhr in Nürnberg ankommen.
Kurz vor Würzburg machten wir einen kurzen Stop an einer Raststätte und Cidi hat sich nach hinten gesetzt und ich habe sie am Steuer abgelöst. Doch weit kamen wir nicht, keine 5 Minuten später standen wir im Stau. Zum Glück kein Stau, wo man garnicht voran kommt, aber es ging nur langsam voran und das über eine wirklich lange Strecke. Über zwei Stunden später standen wir immer noch in diesem doofen Stau und hatten noch über 100 km zu fahren. Das Navi hat uns angezeigt, dass wir dann gegen 19.00 Uhr in Nürnberg am Ziel – im Hotel – ankommen würden. Trotzdem haben wir unsere gute Laune nicht verloren und haben echt viel gelacht. Trotzdem haben wir gehofft, es pünktlich ins Kino zu schaffen. Wir mussten ja erstmal ins Hotel, dort einchecken, uns noch umziehen etc. Irgendwann hatte sich der Stau aufgelöst (wir haben aber nichtmals gesehen, woran es gelegen haben könnte) und ich habe versucht, schnell zu fahren und etwas Zeit wieder einzuholen. Hat nicht so wirklich geklappt und in Nürnberg selbst war dann nochmal recht viel Verkehr.
Endlich am Hotel angekommen hat irgendein Idiot den Weg zur Tiefgarage blockiert. Wir haben dann noch Jib und die Katies getroffen, die auch in die Tiefgarage wollten. Hase ist dann ausgestiegen und hat an der Rezeption gefragt, ob wir direkt reinfahren konnten. Dann habe ich mit Iris Plätze getauscht und sie ist in die Tiefgarage gefahren. Dort haben wir schnell alles aus dem Auto geholt und sind mit unseren Koffern und Taschen etc. nach oben zur Rezeption zum einchecken gehetzt. Mittlerweile war es 19.30 Uhr und wir waren total spät dran. Also in Windeseile schnell einchecken, aufs Zimmer rasen und einfach alles kreuz und quer im Zimmer rumfliegen zu lassen, hauptsache schnell fertig werden. Was für eine Hetzerei! Habe mich schnell umgezogen, schnell geschminkt und dann grade noch ein bisschen meine Haare geglättet, aber dann doch ein Zopf gemacht, weil es in der Schnelle einfach sinnlos war, da irgendwie ne vernünftige offene Frisur draus zu machen. Um 19.50 Uhr sind Hase und ich dann schnell aus dem Zimmer und über den Flur gehetzt und vor dem Ibis habe ich festgestellt, dass ich meine Bestätigung fürs Kino im Zimmer vergessen hatte. Also nochmal im Laufschritt nach oben, Bestätigung geholt und wieder runtergehetzt und dann zusammen weiter zum Cinecitta, was ja zum Glück nur wenige Gehminuten entfernt ist.
Es war gerade kurz nach 20.00 Uhr, als wir im Foyer ankamen (der Film sollte ja auch um 20.00 Uhr anfangen) und bei Sina und Lucille haben wir unsere Kinokarten abgeholt sowie die beiden Karten für Iris und Conny, die immer noch nicht angekommen waren. Sina und Lucille hatten schon von dem Stau gehört, weil viele sehr spät gekommen waren und meinten, wir wären auch nicht die letzten. Mit den Karten sind wir dann wieder zur Straße gegangen, um auf Cidi und Iris zu warten. Hase hat die beiden dann angerufen und sie waren schon unterwegs, aber waren irgendwie in die falsche Richtung gegangen und dann hat Hase die beiden bis zum Kino gelotst, bis wir die beiden schon auf der anderen Straßenseite endlich gesehen haben. Zu viert dann schnell wieder ins Kino, ich hab unterwegs jedem ne Karte in die Hand gedrückt. Vor dem Kinosaal, als wir den endlich gefunden hatten, standen die zwei Securities und meinten, wir wären etwas spät, der Film hat schon angefangen. So hatten wir also auch Daniels Rede vor dem Film verpasst und weil es sehr voll in dem Kino schien, hatten wir auch keinen Nerv mehr, uns irgendwie noch freie Plätze zu suchen, so dass wir uns einfach auf die Treppe gesetzt haben.
Das war irgendwie komisch zu wissen, dass Daniel auch irgendwo (ich hatte ja – wie letztes Mal – vermutet ganz hinten) in dem Kinosaal war, aber ihn noch gar nicht gesehen zu haben. Mitten im Film quitschte dann plötzlich ein Mikro total laut und lange auf und Daniel rief von hinten: „Entschuldigung!“ und danach: „Sind jetzt alle wieder wach?“
Nach dem Film kam er bei uns auf der Treppe direkt vorbei, um wieder nach vorne zu gehen und noch eine kurze Rede zu halten. Er kündigte auch die Autogrammstunde an, die draussen im Foyer des Kinos stattfinden sollte. Wir haben also alle schnell den Kinosaal verlassen und ich habe mich auch direkt in die Schlange gestellt. Es hat nur kurz gedauert, bis Daniel dann auch schon am Tisch sass und die Autogrammstunde anfing.
Da ich mich direkt angestellt hatte, war ich auch relativ schnell dran. Ich habe Daniel erstmal einen Brief gegeben und gemeint, ich gebe ihm den jetzt direkt, bevor ich es vergesse. Dann schaute er mich an und fragte, ob ich den Kalender zum signieren dabei hätte. Ich meinte, nein, den habe ich zuhause und er fragte dann, ob ich eine Autogrammkarte haben möchte. Die habe ich dann auch bekommen, ich wollte auch eine mit Widmung (weil eine ohne Widmung hab ich von der neuen Autogrammkarte schon), aber irgendwie hab ich grad in dem Moment den Mund nicht aufbekommen und die Karte nur stillschweigend an mich genommen. Das einzige, was ich rausbekommen habe, war dann „Schöne Weihnachten“, die er mir zurück gewünscht hat und im gleichen Augenblick kam ich mir schon total doof vor, weil ich eben „Schöne Weihnachten“ anstatt „Frohe Weihnachten“ gesagt hatte und sich das blöd anhört, finde ich. Nun ja, zu spät.
Direkt gegenüber Daniels Tisch habe ich dann aber auch direkt einen Platz gefunden, von wo aus ich fotografieren konnte und konnte dort auch alles verstehen, was er erzählt hat etc. Da habe ich dann die ganze Autogrammstunde über gestanden, zugeschaut und zugehört.
Gegen 23.15 Uhr war die Autogrammstunde dann zuende, nachdem alle drangewesen waren und manche sogar zweimal. Daniel hat sowieso einen recht müden Eindruck gemacht, obwohl er sehr viel erzählt und gescherzt hat mit den Fans. Er hatte sich auch immer viel Zeit für die einzelnen Leute genommen und ist mit einer Engelsgeduld auf jeden eingegangen.
Hase und ich sind dann noch zum Hauptbahnhof zu Mc Donalds gelaufen, weil wir was essen wollten. Dort haben wir uns oben hingesetzt und kurz danach kamen auch Jib, Snoopy und Marion und haben sich zu uns gesetzt.
Später im Hotel hab ich gemeint, dass es sich alleine für diesen Abend gelohnt hatte, nach Nürnberg gefahren zu sein (obwohl ja überhaupt nichts „Besonderes“ in dem Sinne gewesen war). Umso mehr freute ich mich auf das Dinner am nächsten Tag und war irgendwie gar nicht traurig, dass der Freitag schon wieder vorbei war.
Am nächsten Morgen wurden wir von Iris und Conny geweckt, die plötzlich bei uns im Zimmer standen. Da war es bestimmt schon 10.30 Uhr und wir waren noch total verschlafen. Eine gute Stunde später haben Hase und ich uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Dort haben wir Alex von der Nürnberger Band getroffen, der irgendwo an der Seite stand und am telefonieren war. Hase meinte: „Guck mal, da ist der Alex!“ und ich: „Wo? Welcher Alex?“, dabei standen wir genau vor ihm. Er hatte das mitbekommen und erst etwas verwirrt geguckt und uns dann angelächelt. Er hat sich bestimmt gefragt, wer wir sind und warum wir ihn kennen (er kennt uns ja vermutlich nicht *g*).
Den Nürnberger Weihnachtsmarkt fand ich jetzt nicht so besonders, wie ich mir den vorgestellt hatte. Ganz normal eben, bin aber eh kein Fan von Weihnachtsmärkten. Nachdem wir einmal überall hergeschlendert waren, haben wir uns wieder auf den Weg zurück ins Hotel gemacht. Hase wollte sich kurz vor dem Hotel noch eine Kirche anschauen, ich bin aber schonmal wieder zurück ins Ibis gegangen und war so um 14.00 Uhr wieder auf dem Zimmer.
Erstmal bin ich duschen gegangen und als ich fertig war, war Hase auch schon wieder da. Dann habe ich mich bis 15.30 Uhr nochmal ins Bett gelegt und ein bisschen ausgeruht. Anschließend hieß es, sich für das Dinner fertig zu machen. Anziehen, schminken, Haare glätten etc. Diesmal habe ich im Gegensatz zum Vortag meine Haare so hinbekommen, wie ich es wollte (hatte ja auch keine Zeitnot) und war am Schluss eigentlich ganz zufrieden. Wir sind dann zu Iris und Conny ins Zimmer rübergegangen, die auch gerade fertig waren und mittlerweile war es ca. 17.00 Uhr. Das Grand Hotel ist ja direkt um die Ecke, vielleicht 3 Gehminuten vom Ibis entfernt, aber es war so kalt, dass Iris und ich so schnell wie möglich in unseren Röcken schonmal reingegangen sind.
Es standen schon einige Fans an und wir haben uns auch in die Schlange gestellt. Dann hiess es wieder warten, noch fast 1 ½ Stunden, wann der Einlass beginnen sollte. Zwischendurch kam Daniel mal raus, weil er auf Toilette musste und hat sich auch kurz mit Fans unterhalten. Dann war es irgendwann endlich 18.30 Uhr und der Einlass hat anschließend mit nicht allzu langer Verspätung angefangen. Ich war auch relativ schnell dran und gerade in dem Moment kam Daniel schon wieder auf die Warteschlange zu und wollte raus ins Foyer, um schon wieder auf Toilette zu gehen – mit dem Security im Schlepptau, der wie immer vor der Herrentoilette wartete. Da musste er sich dann, trotz dass wir versuchten Platz zu machen, an uns vorbei quetschen. Die Frau von der Security hat in dem Moment meine Karte kontrolliert und von dem Securitymann habe ich einen Stempel bekommen.
Meine Jacke konnte ich dann an der Garderobe noch abgeben und dann habe ich mich gefragt, woher wir überhaupt wissen, dass die Tür aufgehen wird um in den Saal zu kommen, vor der wir alle standen (bei den Dinnern davor war manchmal die eine und manchmal die andere Tür aufgemacht worden). Die andere Tür war links daneben, aber zwischen den beiden Türen stand ein Tisch total im Weg. Auf jeden Fall haben wir dann noch gescherzt, von wegen, wenn gleich die andere Tür aufgeht, stehen wir alle an der falschen Tür, dann gibt es Mord und Totschlag und ein totales Chaos (und zudem noch Knochenbrüche, weil der Tisch im Weg steht etc.).
Plötzlich ging tatsächlich eine Tür auf – und zwar die andere Tür. Oh man, das Chaos war fast perfekt. Alle versuchten in die Richtung dieser Tür zu stürmen, der Tisch wurde irgendwie mitgerissen und irgendwer stieg mir mit voller Wucht und dünnen Absätzen an den Schuhen direkt auf den Fuss… aua! Aber irgendwie hab ich es in Windeseile geschafft zur Tür zu kommen (ich weiss selbst nicht, wie ich so schnell dahin gekommen bin). Dann direkt geguckt, ob unser Tisch recht oder links steht. Tisch 5 stand rechts also war unser Tisch 6 links, also ich schnell hin und dort angekommen erstmal festgestellt, dass ich die erste an unserem Tisch war… puuuuuh, Glück gehabt, so konnte ich dann zwei die besten Plätze an dem Tisch für Hase und mich ergattern. Kaum einen Moment später kamen schon die nächsten und auch Heartbreaker kam relativ schnell an den Tisch (schön, dich kennengelernt zu haben!) und setzte sich neben uns.
Der Saal füllte sich schnell und ich bin dann nochmal raus ins Foyer gegangen. Ab jetzt konnte man sich ja frei im Foyer und im Saal etc. bewegen, weil die Plätze ja nun vergeben waren.
Wenig später gab es die Vorspeise, einen Anti-Pasti-Vorspeisenteller. Irgendwie so garnicht mein Geschmack, aber vor lauter Hunger habe ich sogar das Salatblatt gegessen, obwohl ich normalerweise garkeinen Salat esse. Aber in dem Moment war das Salatblatt das geringste Übel und ich hatte so meine Zweifel, ob mir den der Hauptgang schmecken würde. Fisch anstatt Fleisch fand ich doch schon sehr gewagt und habe schon bedauert, nicht das Vegetarische Essen genommen zu haben.
Nach der Vorspeise sind wir wieder zu mehreren ins Foyer gegangen und irgendwann kam Daniel zu uns an den Tisch. Er war umgezogen und hatte einen schwarzen Nadelstreifeanzug mit schwarzer Krawatte an und sah wirklich schick aus. Hat mir super gefallen. Jib fragte noch nach der Bedeutung seiner am Hals tatoowierten Sterne, was mich auch sehr interessierte.. unser 4-Sterne-Boy also :-)
Daniel fragte auch noch, wie weit wir mit dem Essen wären, wir meinten, dass es eben die Vorspeise gegeben hätte und stolz verkündete er, dass die gut schmecken würde und er das selbst ausgesucht hätte.
Dann dauerte es nicht mehr allzu lange, bis der Hauptgang serviert wurde. Mir kam es so vor, als würde diesmal alles zügiger ablaufen als die letzten Male. Also gab es für uns gebratenes Lachssteak mit Kräuterbutter serviert mit Blattspinat und Schwenkkartoffeln und für die Vegetarierer Spinatgnocchi mit Tomatenragout und gebratenen Auberginen. Trotz meiner Befürchtungen konnte ich das Lachssteak problemlos essen. Trifft zwar immer noch nicht ganz meinen Geschmack, aber glücklicherweise schmeckte das nicht ganz so fischmässig. War also garnicht so schlecht und so konnte ich davon essen bis ich satt war. Die Portionen waren dieses Mal auch relativ groß, so kam es mir zumindest vor.
Nach der Hauptspeise ging es ans Stühlerücken. Leider haben die auf unserer Seite vorne alles zugestellt, dass schon klar war, dass Daniel da nicht mal ins Publikum laufen kann, aber trotzdem hatten wir super Plätze (wir sassen fast an der gleichen Stelle wie beim allerersten Jazz Dinner im Grand Hotel, wo wir damals Tisch 1 hatten).
Dann dauerte es nicht lange, bis die Band quer durch den Saal bis zur Bühne ging, gefolgt von Daniel, der von uns mit großem Applaus empfangen wurde. Zusätzlich zum laufenden Programm gab es diesmal extra noch ein paar Weihnachtslieder („Last christmas“, „Merry christmas everyone“ und „Silent night“), wobei auch ein paar Lieder aus dem regulären Programm weggefallen sind (um „Hi Diddle Diddle“ fand ich es ein bisschen schade, die anderen habe ich nicht ganz so vermisst).
Nach drei oder vier Liedern wollte Daniel einen Glühwein haben und hat den prompt bekommen. Danach sollte noch einer folgen. Als er gerade den zweiten (oder war es sogar schon der dritte?) trinken wollte, meinte er, es wäre doch schön, wenn wir alle zusammen anstoßen könnten und bestellte eine Runde Glühwein für alle auf seine Kosten. Da das eine Spontanaktion war, dauerte es etwas, bis der Glühwein fertig war und Daniel war regelrecht ungeduldig. Vor lauter Ungeduld verschüttete er seinen eigenen Glühwein schon auf der Bühne, bekam eine Serviette gereicht zum sauberwischen und fing dann auch noch damit an, den Mikroständer und das Piano zu putzen. Nach jedem Lied fragte er, wann der Glühwein endlich fertig wäre und irgendwann ist er selbst aufgestanden und schnurtracks in die Küche marschiert um nachzuhaken, wann der Glühwein endlich kommt.
Bei „Cowboy in the city“ standen wir gerade alle und waren am klatschen und am mitwippen, als die Durchgangstür zur Küche aufging und zahlreiche Kellner mit Glühwein endlich in den Saal kamen. Sie hatten Schwierigkeiten uns den Glühwein zu servieren, weil alle standen und kaum ein Durchkommen war. So dauerte das alles auch relativ lange und wir waren so ziemlich die letzten, die ihren Glühwein bekommen haben. Die Kellner hatten schon selbst keinen Überblick mehr, weil da wohl auch irgendwas durcheinander geraten war.
Als wir dann alle unsere Tasse Glühwein hatten, spendiert von Daniel, haben wir quasi auf uns alle getrunken. Der hat echt gut geschmeckt und ich hab meine Tasse direkt in ein, zwei Schlückchen hintereinander leergetrunken. Dann hat er gesehen, dass Marianne, seine Stiefmutter, die hinten an Tisch 9 sass, auch einen Glühwein bekommen hatte und meinte „Oh nein, jetzt hat die Alte auch einen bekommen. Die schläft heute noch bei mir, dann lacht die mich wieder den ganzen Abend zu, hihi!“ *lach*.
Das letzte Lied vor der Pause war dann „I wanna go back home“, Daniel nur mit seiner Gitarre auf der Bühne. Mitten im Lied meinte er, der Glühwein würde echt reinhauen und fing dann an zur Melodie von dem Song etwas spontanes auf bayrisch zu singen, nachdem er von dem eigentlichen Text total den Faden verloren hatte. Zum Schluss klappte es dann aber wieder mit dem richtigen Text und Daniel ist in seine wohlverdiente Pause gegangen.
Ich bin auch erstmal zur Toilette gegangen, danach habe ich mit den anderen – wie die meisten – im Foyer gestanden. Daniel kam dann mit Haarspray und seinem Kulturbeutel wieder zu uns ins Foyer und hat noch was erzählt, wie immer hat er sich wieder überall und mit jedem ein bisschen festgequatscht, bis er dann mit seinem Zeugs auch zur Toilette gehen konnte um sich noch ein bisschen wieder zu stylen für den zweiten Teil. Auf seinem Rückweg ist er wieder im Foyer bei den Fans hängen geblieben und hat viel erzählt. Dann ging es irgendwie darum, dass er Start und Landung beim Fliegen nicht so toll findet und meinte plötzlich, wir sollten uns mal vorstellen, er würde mit nem Flugzeug abstürzen. Er wollte wissen, was wir dann machen und was dann mit uns ist. Da haben wir alle etwas betroffen geschaut (ich weiss auch garnicht, wie er darauf gekommen ist) und Hase meinte noch so zu ihm, dass dann Weinen auch nichts mehr hilft.
Dann kam Marianne auf unser Grüppchen zu, sie hatte eine ganze Weile hinter mir gestanden, und flüsterte Daniel ins Ohr, dass er rein kommen sollte, damit wir zurück in den Saal gehen um Nachtisch zu essen. Ich habs gehört, was sie gesagt hat, weil sie ja direkt neben mir stand. Jemand meinte, wir haben doch hier grade unseren Nachtisch und Marianne nickte nur entschuldigend, so nach dem Motto, sie würde ihn uns ja nicht wegnehmen wollen. Daniel ist dann auch relativ schnell reingegangen, aber wir waren immer noch einige, die im Foyer rumstanden, bis uns der Security mehr oder weniger in den Saal gescheucht hat, wo unser Nachtisch schon wartete bzw. in der Hitze schon langsam zerschmolzen war. Der Nachtisch war ein weihnachtlicher Dessertteller, bestehend aus Eis und anderen leckeren Sachen…
Kaum hatte ich zuende gegessen, war auch schon wieder Zeit um die Stühle wieder in Position zu rücken. Kurz hab ich noch überlegt, ob ich nochmal zur Toilette soll, aber dann war ich etwas zögerlich und die Entscheidung, darauf zu verzichten, war gut gewesen, keine Minute später ging hinten wieder die Tür auf und die Band ging wieder quer durch den Saal in Richtung Bühne. Dann kam Daniel. Zusätzlich zu seinem schicken Anzug hatte er einen roten Cowboyhut mit weißem Fellrand und vorne einem blinkendem Stern drauf. Oh man, wir mussten so lachen – das passte absolut nicht zum Anzug und war ein echter Stilbruch. So ein krasser Stilbruch, dass es schon wieder wirklich zum schießen aussah. Erst nach dem Song trennte er sich dann von dem Hut.
Bei „Silent Night“ weinten viele, das Lied kam so unvermittelt und bewegend von ihm gesungen, dass viele Augen nicht trocken blieben. Und direkt danach „Always on my mind“. Ich hatte schon Angst gehabt, dass er dieses Lied nicht singen würde und war froh, die ersten Klänge davon zu hören. Wunderschön…
Ein absolutes Highlight des zweiten Teils war, als Daniel bei „Stand by me“ erst durch die Menge ging und dann in der Mitte auf Tisch 4 stieg um dort zu singen und zu tanzen. Unser Tisch stand ja direkt neben Tisch 4, deshalb waren wir quasi auch direkt da dran. Die Fans von Tisch 4 konnten so schnell garnicht ihre Gläser etc. retten und rissen nur schnell das nötigste vom Tisch, was sie gerade noch retten konnten. Daniel tanzte und der Tisch bebte. Ich hab schon ein Schnellgebet zum Himmel geschickt, der Tisch soll bitte nicht einkrachen, da hab ich echt schon fast Angst bekommen. Nicht nur der Tisch bebte unter Daniel, der schon fast teilweise darauf am springen war vor lauter Tanzen, sondern er stand auch noch ziemlich dicht am Rand und ich dachte, wenn er aus Versehen ins Leere tritt, dann ist es genauso aus wie wenn der Tisch durchbricht. Sein Jackett hat er sich auch ausgezogen, über seinem Kopf herumgewirbelt und losgelassen, hat ein Fan gefangen. Diese Szenerie, Daniel so wild tanzend auf dem Tisch im Grand Hotel – irgendwie hatte das wirklich was richtig geiles. Zum Glück ist auch alles gut gelaufen und Daniel kam heile vom Tisch wieder runter. Die Deko war total niedergetrampelt und kaputt, auf dem Tisch flog alles kreuz und quer umher, Glas war kaputt gegangen und die Tischdecke war zerknüddelt mit Fussspuren darauf und jeder Menge Orangensaft. Daniel stellte dann noch schnell klar, dass das nur Saft wäre und nicht von ihm käme *gröhl*.
Nach dem letzten Lied stürmten alle nach vorne. Ich habe direkt in der Mitte in der zweiten Reihe hinter Sasa und Naddy gestanden, dann kam von links eine und hat mich richtig heftig weggeschubst, so dass ich im Endeffekt in der dritten Reihe total eingequetscht, aber schön in der Mitte stand. Nach einigen Zugaberufen kam die Band zurück und auch Daniel und verkündete, diesmal würde es keine fetzigen Lieder zum Abschluss gegen, sondern als Zugabe noch einmal „Silent night“. Wieder blieben viele Augen nicht trocken. Und als wäre das nicht traurig und bewegend genug gewesen, direkt im Anschluss als definitiv letztes Lied „My way“. Schluchzende Fans hier und dort. Ich bin ja nicht der Konzertheuler und habe erst einmal bei einem Konzert geheult (bei „Fliegen“ in München Unplugged 2006), aber es ging mir trotzdem sehr nahe und wie so oft war ich schon über den Punkt hinaus, dass ich weinen könnte (ein bisschen ähnlich wie wenn man vor lauter Müdigkeit nicht schlafen kann). Kaum hatte Daniel den letzten Ton gesungen, merkte ich, wie mir auch die Tränen nun wirklich in die Augen schossen, aber ich konnte es zurück halten.
Anschließend bin ich schnell an meinen Platz gegangen, habe meine Tasche gesucht und gefunden und wollte in Richtung Foyer gehen. Ich dachte, Daniel wäre auch schon aus dem Saal raus, aber da da noch viele Leute standen, war er doch noch nicht draussen und kam auch nur langsam voran. Er schüttelte Hände und wünschte frohe Weihnachten. Als er bei mir ankam, ging ich einen Schritt auf ihn zu und er sah, dass ich ein Jackett in meiner Hand hielt. Er streckte seine Hand danach aus und sagte: „Hey, das ist lieb, dass du mir mein Jackett zurück bringst.“ Ich war total perplex und meinte nur: „Das ist meins, deins habe ich nicht.“ Er hat den Irrtum dann auch direkt gemerkt und neben mir dem Fan die Hand gegeben und frohe Weihnachten gewünscht, wie er schon bei so vielen vorher das gemacht hatte.
Dann drehte er sich wieder zu mir um. Ich hab ihn angeguckt und konnte auf einmal diesem Bedürfnis nicht widerstehen und meinte ganz ohne zu zögern: „Daniel, ich muss dich jetzt einfach mal in den Arm nehmen und drücken!“ Und schon hatte ich die Arme um ihn geschlungen und wir haben uns ganz feste gedrückt. Ich hab ihm ins Ohr geflüstert, dass es super toll war und ich ihm frohe Weihnachten wünsche und einen guten Rutsch.. und er meinte ganz lieb, dass er mir das auch wünscht. In dem Moment hab ich ihn wieder losgelassen und angefangen zu weinen. Er hat etwas verwirrt geguckt, dass da plötzlich bei mir die Tränen liefen, ich hab ihn angeguckt und dann bin ich leise vor mich hin weinend zur Tür gelaufen, wo mich Silli auch fragte, ob das mein Jackett wäre und ich sagte, dass Daniel mir das auch fast schon aus der Hand gerissen hätte, aber meines ist. Sie meinte dann, okay, das glaub ich dir. Dann weiss ich nur noch, dass ich meine Jacke weinend an der Garderobe abgeholt habe und plötzlich Hase da stand und nur total perplex meinte: „Julia, du bist so der Hammer!“
Dann weiss ich nur, dass ich endgültig total angefangen habe zu weinen, aber nicht wie vorher leise vor mich hin, sondern ich hatte echt voll den Heulkrampf und hab total laut geweint und geschluchzt und konnte mich garnicht mehr beruhigen. Da ist dann alles aus mir rausgebrochen… Und ich weiss zwar, dass ich so geweint habe, aber irgendwie hab ich von dem Moment auch einen Filmriss und weiss garnicht, wielange das alles gedauert hat. Kann mich auch nicht erinnern, was da alles um uns herum passiert ist etc. Ich weiss nur, dass ich immer weiter laut geweint habe und Hase hat zu irgendwem gesagt, sie kann mich nicht mehr halten. Das weiss ich noch, aber dann ist wieder Filmriss und ich weiss nur, dass ich plötzlich am Boden sass und nicht mehr wusste, wo ich bin oder wer die ganzen Leute sind. Hab dann so gefragt: „Wo sind wir hier?“ und Cidi meinte ganz ernst: „Na, bei Dieter Bohlen. Das Konzert ist grade zuende.“ Da konnte ich schon wieder lachen und hab mich für diese Verhältnisse schnell wieder gefangen, obwohl mir immer noch zum heulen zumute war.
Mich hat das selbst erschrocken, weil SO habe ich erst einmal geweint, 2005 in Eggenfelden nach dem Konzert, da hab ich genauso geweint und heulend auf der Straße gelegen. Wenn ich weine, dann irgendwie ganz anderes, aber so kenne ich mich überhaupt nicht.
Daniel kann einfach irgendwie die Tiefen meines Herzens berühren, wo niemand dran kommt…
Im Foyer ging dann die Suche nach Daniels Jackett weiter, womit der betreffende Fan schon schnell abgehauen war. Aber mit unserer Mithilfe konnte Silke anhand ihrer Liste dann diejenige ausfindig machen und etwas später hat ihr Mann das Jackett schnell zurück gebracht. Daniel war auch irgendwie total traurig und meinte, er hätte nie gedacht, dass ihm das weggenommen wird. In einem großen Konzert wäre das für ihn etwas anderes, wenn man da was in die Menge schmeisst, wäre es klar, dass es weg ist. Aber er hat gedacht, so im kleinen Rahmen würde er es zurück bekommen und da wäre keiner so dreist und würde damit einfach abhauen. Silli hat auch gemeint, er würde das zurückhaben wollen, weil es das einzige ist, was er noch hat und welches halbwegs passt. Ausserdem ging es halt auch darum, dass es ein Anzug war und sie meinte, wenn es einfach nur irgendein Jackett gewesen wäre, wäre ja alles nur halb so schlimm. Aber glücklicherweise ist ja auch die Suche nach dem Jackett erfolgreich geendet und nachdem Daniel noch länger mit Fans gequatscht hat im Foyer, ist er wieder verschwunden. Wenig später musste er nochmal durchs Foyer laufen, wo wir auch noch gewartet haben, und hatte dann einen Kaputzenpulli an, von dem er sich die Kaputze tief ins Gesicht gezogen hatte. Und Tschüss, Daniel!
Wir haben uns auch bald zurück zum Hotel – unter großem Gelächter gemacht und auch den 2. Stock vom Ibis bis spät in die Hand mit lautem Lachen unterhalten. Ein Lachflash hat den nächsten gejagt… eigentlich war der Tag zu schön, zu emotional und einfach zu wertvoll gewesen um einzuschlafen und diesen Tag hinter sich zu lassen…
(c) Julia Mühlens
Unser Trip nach Nürnberg startete am Freitag Mittag gegen 13.30 Uhr bei mir, als Iris und Cidi mit etwas Verspätung und dem Leihwagen Hase und mich bei mir zuhause abgeholt haben. Wir sind dann auch recht bald losgefahren und haben Danielmusik gehört. Zum Glück sind wir auch gut durchgekommen und sollten eigentlich laut Navi gegen 17.00 Uhr in Nürnberg ankommen.
Kurz vor Würzburg machten wir einen kurzen Stop an einer Raststätte und Cidi hat sich nach hinten gesetzt und ich habe sie am Steuer abgelöst. Doch weit kamen wir nicht, keine 5 Minuten später standen wir im Stau. Zum Glück kein Stau, wo man garnicht voran kommt, aber es ging nur langsam voran und das über eine wirklich lange Strecke. Über zwei Stunden später standen wir immer noch in diesem doofen Stau und hatten noch über 100 km zu fahren. Das Navi hat uns angezeigt, dass wir dann gegen 19.00 Uhr in Nürnberg am Ziel – im Hotel – ankommen würden. Trotzdem haben wir unsere gute Laune nicht verloren und haben echt viel gelacht. Trotzdem haben wir gehofft, es pünktlich ins Kino zu schaffen. Wir mussten ja erstmal ins Hotel, dort einchecken, uns noch umziehen etc. Irgendwann hatte sich der Stau aufgelöst (wir haben aber nichtmals gesehen, woran es gelegen haben könnte) und ich habe versucht, schnell zu fahren und etwas Zeit wieder einzuholen. Hat nicht so wirklich geklappt und in Nürnberg selbst war dann nochmal recht viel Verkehr.
Endlich am Hotel angekommen hat irgendein Idiot den Weg zur Tiefgarage blockiert. Wir haben dann noch Jib und die Katies getroffen, die auch in die Tiefgarage wollten. Hase ist dann ausgestiegen und hat an der Rezeption gefragt, ob wir direkt reinfahren konnten. Dann habe ich mit Iris Plätze getauscht und sie ist in die Tiefgarage gefahren. Dort haben wir schnell alles aus dem Auto geholt und sind mit unseren Koffern und Taschen etc. nach oben zur Rezeption zum einchecken gehetzt. Mittlerweile war es 19.30 Uhr und wir waren total spät dran. Also in Windeseile schnell einchecken, aufs Zimmer rasen und einfach alles kreuz und quer im Zimmer rumfliegen zu lassen, hauptsache schnell fertig werden. Was für eine Hetzerei! Habe mich schnell umgezogen, schnell geschminkt und dann grade noch ein bisschen meine Haare geglättet, aber dann doch ein Zopf gemacht, weil es in der Schnelle einfach sinnlos war, da irgendwie ne vernünftige offene Frisur draus zu machen. Um 19.50 Uhr sind Hase und ich dann schnell aus dem Zimmer und über den Flur gehetzt und vor dem Ibis habe ich festgestellt, dass ich meine Bestätigung fürs Kino im Zimmer vergessen hatte. Also nochmal im Laufschritt nach oben, Bestätigung geholt und wieder runtergehetzt und dann zusammen weiter zum Cinecitta, was ja zum Glück nur wenige Gehminuten entfernt ist.
Es war gerade kurz nach 20.00 Uhr, als wir im Foyer ankamen (der Film sollte ja auch um 20.00 Uhr anfangen) und bei Sina und Lucille haben wir unsere Kinokarten abgeholt sowie die beiden Karten für Iris und Conny, die immer noch nicht angekommen waren. Sina und Lucille hatten schon von dem Stau gehört, weil viele sehr spät gekommen waren und meinten, wir wären auch nicht die letzten. Mit den Karten sind wir dann wieder zur Straße gegangen, um auf Cidi und Iris zu warten. Hase hat die beiden dann angerufen und sie waren schon unterwegs, aber waren irgendwie in die falsche Richtung gegangen und dann hat Hase die beiden bis zum Kino gelotst, bis wir die beiden schon auf der anderen Straßenseite endlich gesehen haben. Zu viert dann schnell wieder ins Kino, ich hab unterwegs jedem ne Karte in die Hand gedrückt. Vor dem Kinosaal, als wir den endlich gefunden hatten, standen die zwei Securities und meinten, wir wären etwas spät, der Film hat schon angefangen. So hatten wir also auch Daniels Rede vor dem Film verpasst und weil es sehr voll in dem Kino schien, hatten wir auch keinen Nerv mehr, uns irgendwie noch freie Plätze zu suchen, so dass wir uns einfach auf die Treppe gesetzt haben.
Das war irgendwie komisch zu wissen, dass Daniel auch irgendwo (ich hatte ja – wie letztes Mal – vermutet ganz hinten) in dem Kinosaal war, aber ihn noch gar nicht gesehen zu haben. Mitten im Film quitschte dann plötzlich ein Mikro total laut und lange auf und Daniel rief von hinten: „Entschuldigung!“ und danach: „Sind jetzt alle wieder wach?“
Nach dem Film kam er bei uns auf der Treppe direkt vorbei, um wieder nach vorne zu gehen und noch eine kurze Rede zu halten. Er kündigte auch die Autogrammstunde an, die draussen im Foyer des Kinos stattfinden sollte. Wir haben also alle schnell den Kinosaal verlassen und ich habe mich auch direkt in die Schlange gestellt. Es hat nur kurz gedauert, bis Daniel dann auch schon am Tisch sass und die Autogrammstunde anfing.
Da ich mich direkt angestellt hatte, war ich auch relativ schnell dran. Ich habe Daniel erstmal einen Brief gegeben und gemeint, ich gebe ihm den jetzt direkt, bevor ich es vergesse. Dann schaute er mich an und fragte, ob ich den Kalender zum signieren dabei hätte. Ich meinte, nein, den habe ich zuhause und er fragte dann, ob ich eine Autogrammkarte haben möchte. Die habe ich dann auch bekommen, ich wollte auch eine mit Widmung (weil eine ohne Widmung hab ich von der neuen Autogrammkarte schon), aber irgendwie hab ich grad in dem Moment den Mund nicht aufbekommen und die Karte nur stillschweigend an mich genommen. Das einzige, was ich rausbekommen habe, war dann „Schöne Weihnachten“, die er mir zurück gewünscht hat und im gleichen Augenblick kam ich mir schon total doof vor, weil ich eben „Schöne Weihnachten“ anstatt „Frohe Weihnachten“ gesagt hatte und sich das blöd anhört, finde ich. Nun ja, zu spät.
Direkt gegenüber Daniels Tisch habe ich dann aber auch direkt einen Platz gefunden, von wo aus ich fotografieren konnte und konnte dort auch alles verstehen, was er erzählt hat etc. Da habe ich dann die ganze Autogrammstunde über gestanden, zugeschaut und zugehört.
Gegen 23.15 Uhr war die Autogrammstunde dann zuende, nachdem alle drangewesen waren und manche sogar zweimal. Daniel hat sowieso einen recht müden Eindruck gemacht, obwohl er sehr viel erzählt und gescherzt hat mit den Fans. Er hatte sich auch immer viel Zeit für die einzelnen Leute genommen und ist mit einer Engelsgeduld auf jeden eingegangen.
Hase und ich sind dann noch zum Hauptbahnhof zu Mc Donalds gelaufen, weil wir was essen wollten. Dort haben wir uns oben hingesetzt und kurz danach kamen auch Jib, Snoopy und Marion und haben sich zu uns gesetzt.
Später im Hotel hab ich gemeint, dass es sich alleine für diesen Abend gelohnt hatte, nach Nürnberg gefahren zu sein (obwohl ja überhaupt nichts „Besonderes“ in dem Sinne gewesen war). Umso mehr freute ich mich auf das Dinner am nächsten Tag und war irgendwie gar nicht traurig, dass der Freitag schon wieder vorbei war.
Am nächsten Morgen wurden wir von Iris und Conny geweckt, die plötzlich bei uns im Zimmer standen. Da war es bestimmt schon 10.30 Uhr und wir waren noch total verschlafen. Eine gute Stunde später haben Hase und ich uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Dort haben wir Alex von der Nürnberger Band getroffen, der irgendwo an der Seite stand und am telefonieren war. Hase meinte: „Guck mal, da ist der Alex!“ und ich: „Wo? Welcher Alex?“, dabei standen wir genau vor ihm. Er hatte das mitbekommen und erst etwas verwirrt geguckt und uns dann angelächelt. Er hat sich bestimmt gefragt, wer wir sind und warum wir ihn kennen (er kennt uns ja vermutlich nicht *g*).
Den Nürnberger Weihnachtsmarkt fand ich jetzt nicht so besonders, wie ich mir den vorgestellt hatte. Ganz normal eben, bin aber eh kein Fan von Weihnachtsmärkten. Nachdem wir einmal überall hergeschlendert waren, haben wir uns wieder auf den Weg zurück ins Hotel gemacht. Hase wollte sich kurz vor dem Hotel noch eine Kirche anschauen, ich bin aber schonmal wieder zurück ins Ibis gegangen und war so um 14.00 Uhr wieder auf dem Zimmer.
Erstmal bin ich duschen gegangen und als ich fertig war, war Hase auch schon wieder da. Dann habe ich mich bis 15.30 Uhr nochmal ins Bett gelegt und ein bisschen ausgeruht. Anschließend hieß es, sich für das Dinner fertig zu machen. Anziehen, schminken, Haare glätten etc. Diesmal habe ich im Gegensatz zum Vortag meine Haare so hinbekommen, wie ich es wollte (hatte ja auch keine Zeitnot) und war am Schluss eigentlich ganz zufrieden. Wir sind dann zu Iris und Conny ins Zimmer rübergegangen, die auch gerade fertig waren und mittlerweile war es ca. 17.00 Uhr. Das Grand Hotel ist ja direkt um die Ecke, vielleicht 3 Gehminuten vom Ibis entfernt, aber es war so kalt, dass Iris und ich so schnell wie möglich in unseren Röcken schonmal reingegangen sind.
Es standen schon einige Fans an und wir haben uns auch in die Schlange gestellt. Dann hiess es wieder warten, noch fast 1 ½ Stunden, wann der Einlass beginnen sollte. Zwischendurch kam Daniel mal raus, weil er auf Toilette musste und hat sich auch kurz mit Fans unterhalten. Dann war es irgendwann endlich 18.30 Uhr und der Einlass hat anschließend mit nicht allzu langer Verspätung angefangen. Ich war auch relativ schnell dran und gerade in dem Moment kam Daniel schon wieder auf die Warteschlange zu und wollte raus ins Foyer, um schon wieder auf Toilette zu gehen – mit dem Security im Schlepptau, der wie immer vor der Herrentoilette wartete. Da musste er sich dann, trotz dass wir versuchten Platz zu machen, an uns vorbei quetschen. Die Frau von der Security hat in dem Moment meine Karte kontrolliert und von dem Securitymann habe ich einen Stempel bekommen.
Meine Jacke konnte ich dann an der Garderobe noch abgeben und dann habe ich mich gefragt, woher wir überhaupt wissen, dass die Tür aufgehen wird um in den Saal zu kommen, vor der wir alle standen (bei den Dinnern davor war manchmal die eine und manchmal die andere Tür aufgemacht worden). Die andere Tür war links daneben, aber zwischen den beiden Türen stand ein Tisch total im Weg. Auf jeden Fall haben wir dann noch gescherzt, von wegen, wenn gleich die andere Tür aufgeht, stehen wir alle an der falschen Tür, dann gibt es Mord und Totschlag und ein totales Chaos (und zudem noch Knochenbrüche, weil der Tisch im Weg steht etc.).
Plötzlich ging tatsächlich eine Tür auf – und zwar die andere Tür. Oh man, das Chaos war fast perfekt. Alle versuchten in die Richtung dieser Tür zu stürmen, der Tisch wurde irgendwie mitgerissen und irgendwer stieg mir mit voller Wucht und dünnen Absätzen an den Schuhen direkt auf den Fuss… aua! Aber irgendwie hab ich es in Windeseile geschafft zur Tür zu kommen (ich weiss selbst nicht, wie ich so schnell dahin gekommen bin). Dann direkt geguckt, ob unser Tisch recht oder links steht. Tisch 5 stand rechts also war unser Tisch 6 links, also ich schnell hin und dort angekommen erstmal festgestellt, dass ich die erste an unserem Tisch war… puuuuuh, Glück gehabt, so konnte ich dann zwei die besten Plätze an dem Tisch für Hase und mich ergattern. Kaum einen Moment später kamen schon die nächsten und auch Heartbreaker kam relativ schnell an den Tisch (schön, dich kennengelernt zu haben!) und setzte sich neben uns.
Der Saal füllte sich schnell und ich bin dann nochmal raus ins Foyer gegangen. Ab jetzt konnte man sich ja frei im Foyer und im Saal etc. bewegen, weil die Plätze ja nun vergeben waren.
Wenig später gab es die Vorspeise, einen Anti-Pasti-Vorspeisenteller. Irgendwie so garnicht mein Geschmack, aber vor lauter Hunger habe ich sogar das Salatblatt gegessen, obwohl ich normalerweise garkeinen Salat esse. Aber in dem Moment war das Salatblatt das geringste Übel und ich hatte so meine Zweifel, ob mir den der Hauptgang schmecken würde. Fisch anstatt Fleisch fand ich doch schon sehr gewagt und habe schon bedauert, nicht das Vegetarische Essen genommen zu haben.
Nach der Vorspeise sind wir wieder zu mehreren ins Foyer gegangen und irgendwann kam Daniel zu uns an den Tisch. Er war umgezogen und hatte einen schwarzen Nadelstreifeanzug mit schwarzer Krawatte an und sah wirklich schick aus. Hat mir super gefallen. Jib fragte noch nach der Bedeutung seiner am Hals tatoowierten Sterne, was mich auch sehr interessierte.. unser 4-Sterne-Boy also :-)
Daniel fragte auch noch, wie weit wir mit dem Essen wären, wir meinten, dass es eben die Vorspeise gegeben hätte und stolz verkündete er, dass die gut schmecken würde und er das selbst ausgesucht hätte.
Dann dauerte es nicht mehr allzu lange, bis der Hauptgang serviert wurde. Mir kam es so vor, als würde diesmal alles zügiger ablaufen als die letzten Male. Also gab es für uns gebratenes Lachssteak mit Kräuterbutter serviert mit Blattspinat und Schwenkkartoffeln und für die Vegetarierer Spinatgnocchi mit Tomatenragout und gebratenen Auberginen. Trotz meiner Befürchtungen konnte ich das Lachssteak problemlos essen. Trifft zwar immer noch nicht ganz meinen Geschmack, aber glücklicherweise schmeckte das nicht ganz so fischmässig. War also garnicht so schlecht und so konnte ich davon essen bis ich satt war. Die Portionen waren dieses Mal auch relativ groß, so kam es mir zumindest vor.
Nach der Hauptspeise ging es ans Stühlerücken. Leider haben die auf unserer Seite vorne alles zugestellt, dass schon klar war, dass Daniel da nicht mal ins Publikum laufen kann, aber trotzdem hatten wir super Plätze (wir sassen fast an der gleichen Stelle wie beim allerersten Jazz Dinner im Grand Hotel, wo wir damals Tisch 1 hatten).
Dann dauerte es nicht lange, bis die Band quer durch den Saal bis zur Bühne ging, gefolgt von Daniel, der von uns mit großem Applaus empfangen wurde. Zusätzlich zum laufenden Programm gab es diesmal extra noch ein paar Weihnachtslieder („Last christmas“, „Merry christmas everyone“ und „Silent night“), wobei auch ein paar Lieder aus dem regulären Programm weggefallen sind (um „Hi Diddle Diddle“ fand ich es ein bisschen schade, die anderen habe ich nicht ganz so vermisst).
Nach drei oder vier Liedern wollte Daniel einen Glühwein haben und hat den prompt bekommen. Danach sollte noch einer folgen. Als er gerade den zweiten (oder war es sogar schon der dritte?) trinken wollte, meinte er, es wäre doch schön, wenn wir alle zusammen anstoßen könnten und bestellte eine Runde Glühwein für alle auf seine Kosten. Da das eine Spontanaktion war, dauerte es etwas, bis der Glühwein fertig war und Daniel war regelrecht ungeduldig. Vor lauter Ungeduld verschüttete er seinen eigenen Glühwein schon auf der Bühne, bekam eine Serviette gereicht zum sauberwischen und fing dann auch noch damit an, den Mikroständer und das Piano zu putzen. Nach jedem Lied fragte er, wann der Glühwein endlich fertig wäre und irgendwann ist er selbst aufgestanden und schnurtracks in die Küche marschiert um nachzuhaken, wann der Glühwein endlich kommt.
Bei „Cowboy in the city“ standen wir gerade alle und waren am klatschen und am mitwippen, als die Durchgangstür zur Küche aufging und zahlreiche Kellner mit Glühwein endlich in den Saal kamen. Sie hatten Schwierigkeiten uns den Glühwein zu servieren, weil alle standen und kaum ein Durchkommen war. So dauerte das alles auch relativ lange und wir waren so ziemlich die letzten, die ihren Glühwein bekommen haben. Die Kellner hatten schon selbst keinen Überblick mehr, weil da wohl auch irgendwas durcheinander geraten war.
Als wir dann alle unsere Tasse Glühwein hatten, spendiert von Daniel, haben wir quasi auf uns alle getrunken. Der hat echt gut geschmeckt und ich hab meine Tasse direkt in ein, zwei Schlückchen hintereinander leergetrunken. Dann hat er gesehen, dass Marianne, seine Stiefmutter, die hinten an Tisch 9 sass, auch einen Glühwein bekommen hatte und meinte „Oh nein, jetzt hat die Alte auch einen bekommen. Die schläft heute noch bei mir, dann lacht die mich wieder den ganzen Abend zu, hihi!“ *lach*.
Das letzte Lied vor der Pause war dann „I wanna go back home“, Daniel nur mit seiner Gitarre auf der Bühne. Mitten im Lied meinte er, der Glühwein würde echt reinhauen und fing dann an zur Melodie von dem Song etwas spontanes auf bayrisch zu singen, nachdem er von dem eigentlichen Text total den Faden verloren hatte. Zum Schluss klappte es dann aber wieder mit dem richtigen Text und Daniel ist in seine wohlverdiente Pause gegangen.
Ich bin auch erstmal zur Toilette gegangen, danach habe ich mit den anderen – wie die meisten – im Foyer gestanden. Daniel kam dann mit Haarspray und seinem Kulturbeutel wieder zu uns ins Foyer und hat noch was erzählt, wie immer hat er sich wieder überall und mit jedem ein bisschen festgequatscht, bis er dann mit seinem Zeugs auch zur Toilette gehen konnte um sich noch ein bisschen wieder zu stylen für den zweiten Teil. Auf seinem Rückweg ist er wieder im Foyer bei den Fans hängen geblieben und hat viel erzählt. Dann ging es irgendwie darum, dass er Start und Landung beim Fliegen nicht so toll findet und meinte plötzlich, wir sollten uns mal vorstellen, er würde mit nem Flugzeug abstürzen. Er wollte wissen, was wir dann machen und was dann mit uns ist. Da haben wir alle etwas betroffen geschaut (ich weiss auch garnicht, wie er darauf gekommen ist) und Hase meinte noch so zu ihm, dass dann Weinen auch nichts mehr hilft.
Dann kam Marianne auf unser Grüppchen zu, sie hatte eine ganze Weile hinter mir gestanden, und flüsterte Daniel ins Ohr, dass er rein kommen sollte, damit wir zurück in den Saal gehen um Nachtisch zu essen. Ich habs gehört, was sie gesagt hat, weil sie ja direkt neben mir stand. Jemand meinte, wir haben doch hier grade unseren Nachtisch und Marianne nickte nur entschuldigend, so nach dem Motto, sie würde ihn uns ja nicht wegnehmen wollen. Daniel ist dann auch relativ schnell reingegangen, aber wir waren immer noch einige, die im Foyer rumstanden, bis uns der Security mehr oder weniger in den Saal gescheucht hat, wo unser Nachtisch schon wartete bzw. in der Hitze schon langsam zerschmolzen war. Der Nachtisch war ein weihnachtlicher Dessertteller, bestehend aus Eis und anderen leckeren Sachen…
Kaum hatte ich zuende gegessen, war auch schon wieder Zeit um die Stühle wieder in Position zu rücken. Kurz hab ich noch überlegt, ob ich nochmal zur Toilette soll, aber dann war ich etwas zögerlich und die Entscheidung, darauf zu verzichten, war gut gewesen, keine Minute später ging hinten wieder die Tür auf und die Band ging wieder quer durch den Saal in Richtung Bühne. Dann kam Daniel. Zusätzlich zu seinem schicken Anzug hatte er einen roten Cowboyhut mit weißem Fellrand und vorne einem blinkendem Stern drauf. Oh man, wir mussten so lachen – das passte absolut nicht zum Anzug und war ein echter Stilbruch. So ein krasser Stilbruch, dass es schon wieder wirklich zum schießen aussah. Erst nach dem Song trennte er sich dann von dem Hut.
Bei „Silent Night“ weinten viele, das Lied kam so unvermittelt und bewegend von ihm gesungen, dass viele Augen nicht trocken blieben. Und direkt danach „Always on my mind“. Ich hatte schon Angst gehabt, dass er dieses Lied nicht singen würde und war froh, die ersten Klänge davon zu hören. Wunderschön…
Ein absolutes Highlight des zweiten Teils war, als Daniel bei „Stand by me“ erst durch die Menge ging und dann in der Mitte auf Tisch 4 stieg um dort zu singen und zu tanzen. Unser Tisch stand ja direkt neben Tisch 4, deshalb waren wir quasi auch direkt da dran. Die Fans von Tisch 4 konnten so schnell garnicht ihre Gläser etc. retten und rissen nur schnell das nötigste vom Tisch, was sie gerade noch retten konnten. Daniel tanzte und der Tisch bebte. Ich hab schon ein Schnellgebet zum Himmel geschickt, der Tisch soll bitte nicht einkrachen, da hab ich echt schon fast Angst bekommen. Nicht nur der Tisch bebte unter Daniel, der schon fast teilweise darauf am springen war vor lauter Tanzen, sondern er stand auch noch ziemlich dicht am Rand und ich dachte, wenn er aus Versehen ins Leere tritt, dann ist es genauso aus wie wenn der Tisch durchbricht. Sein Jackett hat er sich auch ausgezogen, über seinem Kopf herumgewirbelt und losgelassen, hat ein Fan gefangen. Diese Szenerie, Daniel so wild tanzend auf dem Tisch im Grand Hotel – irgendwie hatte das wirklich was richtig geiles. Zum Glück ist auch alles gut gelaufen und Daniel kam heile vom Tisch wieder runter. Die Deko war total niedergetrampelt und kaputt, auf dem Tisch flog alles kreuz und quer umher, Glas war kaputt gegangen und die Tischdecke war zerknüddelt mit Fussspuren darauf und jeder Menge Orangensaft. Daniel stellte dann noch schnell klar, dass das nur Saft wäre und nicht von ihm käme *gröhl*.
Nach dem letzten Lied stürmten alle nach vorne. Ich habe direkt in der Mitte in der zweiten Reihe hinter Sasa und Naddy gestanden, dann kam von links eine und hat mich richtig heftig weggeschubst, so dass ich im Endeffekt in der dritten Reihe total eingequetscht, aber schön in der Mitte stand. Nach einigen Zugaberufen kam die Band zurück und auch Daniel und verkündete, diesmal würde es keine fetzigen Lieder zum Abschluss gegen, sondern als Zugabe noch einmal „Silent night“. Wieder blieben viele Augen nicht trocken. Und als wäre das nicht traurig und bewegend genug gewesen, direkt im Anschluss als definitiv letztes Lied „My way“. Schluchzende Fans hier und dort. Ich bin ja nicht der Konzertheuler und habe erst einmal bei einem Konzert geheult (bei „Fliegen“ in München Unplugged 2006), aber es ging mir trotzdem sehr nahe und wie so oft war ich schon über den Punkt hinaus, dass ich weinen könnte (ein bisschen ähnlich wie wenn man vor lauter Müdigkeit nicht schlafen kann). Kaum hatte Daniel den letzten Ton gesungen, merkte ich, wie mir auch die Tränen nun wirklich in die Augen schossen, aber ich konnte es zurück halten.
Anschließend bin ich schnell an meinen Platz gegangen, habe meine Tasche gesucht und gefunden und wollte in Richtung Foyer gehen. Ich dachte, Daniel wäre auch schon aus dem Saal raus, aber da da noch viele Leute standen, war er doch noch nicht draussen und kam auch nur langsam voran. Er schüttelte Hände und wünschte frohe Weihnachten. Als er bei mir ankam, ging ich einen Schritt auf ihn zu und er sah, dass ich ein Jackett in meiner Hand hielt. Er streckte seine Hand danach aus und sagte: „Hey, das ist lieb, dass du mir mein Jackett zurück bringst.“ Ich war total perplex und meinte nur: „Das ist meins, deins habe ich nicht.“ Er hat den Irrtum dann auch direkt gemerkt und neben mir dem Fan die Hand gegeben und frohe Weihnachten gewünscht, wie er schon bei so vielen vorher das gemacht hatte.
Dann drehte er sich wieder zu mir um. Ich hab ihn angeguckt und konnte auf einmal diesem Bedürfnis nicht widerstehen und meinte ganz ohne zu zögern: „Daniel, ich muss dich jetzt einfach mal in den Arm nehmen und drücken!“ Und schon hatte ich die Arme um ihn geschlungen und wir haben uns ganz feste gedrückt. Ich hab ihm ins Ohr geflüstert, dass es super toll war und ich ihm frohe Weihnachten wünsche und einen guten Rutsch.. und er meinte ganz lieb, dass er mir das auch wünscht. In dem Moment hab ich ihn wieder losgelassen und angefangen zu weinen. Er hat etwas verwirrt geguckt, dass da plötzlich bei mir die Tränen liefen, ich hab ihn angeguckt und dann bin ich leise vor mich hin weinend zur Tür gelaufen, wo mich Silli auch fragte, ob das mein Jackett wäre und ich sagte, dass Daniel mir das auch fast schon aus der Hand gerissen hätte, aber meines ist. Sie meinte dann, okay, das glaub ich dir. Dann weiss ich nur noch, dass ich meine Jacke weinend an der Garderobe abgeholt habe und plötzlich Hase da stand und nur total perplex meinte: „Julia, du bist so der Hammer!“
Dann weiss ich nur, dass ich endgültig total angefangen habe zu weinen, aber nicht wie vorher leise vor mich hin, sondern ich hatte echt voll den Heulkrampf und hab total laut geweint und geschluchzt und konnte mich garnicht mehr beruhigen. Da ist dann alles aus mir rausgebrochen… Und ich weiss zwar, dass ich so geweint habe, aber irgendwie hab ich von dem Moment auch einen Filmriss und weiss garnicht, wielange das alles gedauert hat. Kann mich auch nicht erinnern, was da alles um uns herum passiert ist etc. Ich weiss nur, dass ich immer weiter laut geweint habe und Hase hat zu irgendwem gesagt, sie kann mich nicht mehr halten. Das weiss ich noch, aber dann ist wieder Filmriss und ich weiss nur, dass ich plötzlich am Boden sass und nicht mehr wusste, wo ich bin oder wer die ganzen Leute sind. Hab dann so gefragt: „Wo sind wir hier?“ und Cidi meinte ganz ernst: „Na, bei Dieter Bohlen. Das Konzert ist grade zuende.“ Da konnte ich schon wieder lachen und hab mich für diese Verhältnisse schnell wieder gefangen, obwohl mir immer noch zum heulen zumute war.
Mich hat das selbst erschrocken, weil SO habe ich erst einmal geweint, 2005 in Eggenfelden nach dem Konzert, da hab ich genauso geweint und heulend auf der Straße gelegen. Wenn ich weine, dann irgendwie ganz anderes, aber so kenne ich mich überhaupt nicht.
Daniel kann einfach irgendwie die Tiefen meines Herzens berühren, wo niemand dran kommt…
Im Foyer ging dann die Suche nach Daniels Jackett weiter, womit der betreffende Fan schon schnell abgehauen war. Aber mit unserer Mithilfe konnte Silke anhand ihrer Liste dann diejenige ausfindig machen und etwas später hat ihr Mann das Jackett schnell zurück gebracht. Daniel war auch irgendwie total traurig und meinte, er hätte nie gedacht, dass ihm das weggenommen wird. In einem großen Konzert wäre das für ihn etwas anderes, wenn man da was in die Menge schmeisst, wäre es klar, dass es weg ist. Aber er hat gedacht, so im kleinen Rahmen würde er es zurück bekommen und da wäre keiner so dreist und würde damit einfach abhauen. Silli hat auch gemeint, er würde das zurückhaben wollen, weil es das einzige ist, was er noch hat und welches halbwegs passt. Ausserdem ging es halt auch darum, dass es ein Anzug war und sie meinte, wenn es einfach nur irgendein Jackett gewesen wäre, wäre ja alles nur halb so schlimm. Aber glücklicherweise ist ja auch die Suche nach dem Jackett erfolgreich geendet und nachdem Daniel noch länger mit Fans gequatscht hat im Foyer, ist er wieder verschwunden. Wenig später musste er nochmal durchs Foyer laufen, wo wir auch noch gewartet haben, und hatte dann einen Kaputzenpulli an, von dem er sich die Kaputze tief ins Gesicht gezogen hatte. Und Tschüss, Daniel!
Wir haben uns auch bald zurück zum Hotel – unter großem Gelächter gemacht und auch den 2. Stock vom Ibis bis spät in die Hand mit lautem Lachen unterhalten. Ein Lachflash hat den nächsten gejagt… eigentlich war der Tag zu schön, zu emotional und einfach zu wertvoll gewesen um einzuschlafen und diesen Tag hinter sich zu lassen…
(c) Julia Mühlens
raining1982 - 25. Dez, 21:15
